Zwei Bildschirme, ein Bild
Ein Hintergrundbild, das über eine Kante hinweg muss, ist ein anderes Bild als eines, das nur einen Rahmen füllen soll.
Ein 16:9-Foto auf einem 32:9-Monitor wird entweder gedehnt oder beschnitten, und beides tut ihm nicht gut. Ultrabreite Schirme wollen etwas nahe am eigenen Format, ungefähr 3440x1440 oder 5120x1440, und bei zwei Geräten gehört das System auf Erweitert statt auf Ausfüllen, damit ein Bild über beide Panels läuft und nicht zweimal daliegt. Womit niemand vorher rechnet, ist die Fuge dazwischen: ein paar Zentimeter Kunststoff, genau dort, wo das Auge die Mitte vermutet.
Manche Motive halten diese Streckung aus, andere nicht. Offene Horizonte, Nebel, Verläufe, Wasserflächen lesen sich in fast jeder Breite, weil sie aus Kontinuität bestehen und nicht aus einem Hauptdarsteller. Es scheitert, wenn ein starkes Element exakt mittig steht, ein einzelner Baum, ein Leuchtturm, von der Kante halbiert. Schiebt man ihn ins linke oder rechte Drittel und überlässt den Rest der Breite der Luft, fällt der Spalt auf nichts Bestimmtes.
Die zweite Einschränkung ist das Mobiliar des Schreibtischs. Symbole sammeln sich unten links, die Taskleiste liegt an der Unterkante, und den halben Tag steht ein Fenster in der Mitte. Das breite Format ist darin großzügig, es schenkt eine lange Mittelstrecke, in der nichts passieren muss. Ein Hintergrund über zwei Bildschirme wird ohnehin selten direkt angesehen, und das ist seine Aufgabe: Er hört auf, ein Bild zu sein, und wird zu dem Raum, in dem man arbeitet.