Warmes Nachtlicht tauscht das Hintergrundbild aus
Nach Sonnenuntergang wird der Bildschirm wärmer, und das Bild vom Mittag ist abends nicht mehr ganz dasselbe.
Die meisten Bildschirme driften nach Einbruch der Dunkelheit ins Warme: Night Shift, Nachtlicht, Warmton — der Name wechselt je nach Gerät. Der Übergang läuft so langsam, dass Text ihn nie verrät. Das Hintergrundbild verrät ihn sofort, denn es besteht fast nur aus Farbe und hat sonst wenig, woran es sich halten könnte.
Was der warme Filter zuerst wegnimmt, ist das Blau. Eine Aufnahme, die auf kühlen Tönen ruht — Dämmerung über Wasser, Schatten auf Schnee, eine graue Straße vor dem Regen —, verliert ihren Halt, und was bleibt, wirkt nicht ruhig, sondern trüb. Bilder, die ohnehin ins Warme neigen, kommen heil durch: trockenes Gras, tief stehende Sonne, Lampenlicht auf Holz. Sie verschieben sich ein wenig und bleiben sie selbst.
Wenn ein Hintergrundbild also den Abend mit dir verbringen soll, wähle es abends, mit eingeschaltetem Filter. Bilder, die mittags tragen und um elf immer noch tragen, sind seltener, als es klingt, und meist sind es die leisen: schmale Palette, keine Farbe, die allein die ganze Arbeit macht.