Grün: die Farbe, mit der das Auge nicht streitet
Die Hälfte der Fotodioden eines Sensors ist grün, und diese Idee stammt von uns.
In der Farbfiltermatrix einer Kamera sind zwei von vier Fotodioden grün, dazu je eine rote und eine blaue. Das ist keine Geschmacksfrage. Die Empfindlichkeit des menschlichen Auges hat ihr Maximum im Gelbgrün, also legt der Sensor den größten Teil seiner Auflösung genau dorthin, wo wir ohnehin hinsehen.
Aus derselben Empfindlichkeit folgt, dass ein grünes Bild nie nur ein Grün enthält. Blätter im Gegenlicht ziehen ins Gelbe, Moos im Schatten wird bläulich, ein Rasen um die Mittagszeit blendet sich fast ins Graue. Aufnahmen, die eintönig wirken, haben meist nur flaches Licht; ein schräg einfallender Schatten genügt, und dasselbe Grün fällt in ein Dutzend Töne auseinander.
Am Bildschirm wirkt der Vorteil leiser. Grün drängt sich über die volle Breite nicht nach vorn wie Rot, Symbole und Dateinamen bleiben lesbar, ohne dass man etwas abdunkeln müsste. Ein dunkles Blätterdach schluckt einen vollgestellten Schreibtisch, ein blasses Frühlingsgrün lässt jede Beschriftung schärfer aussehen, als sie ist.