Im Nebel bekommt Licht einen Körper
In einer klaren Nacht ist eine Straßenlaterne ein Punkt. Gib Wasser in die Luft, und sie wird zu einer Form mit Rändern, in die man hineingehen könnte.
Tröpfchen streuen das Licht in alle Richtungen, also hört die Lampe auf, eine Quelle zu sein, und wird zu einem beleuchteten Volumen: ungefähr ein Kegel, wenn ein Schirm darüber sitzt, und eine Kugel, wenn nicht. Nebel verkürzt zugleich die Strecke, die das Auge halten kann, und teilt eine Straße in drei oder vier getrennte Räume, jeder mit eigener Laterne. Was ein Korridor war, wird eine Folge.
Fotografieren heißt hier, früh auf Details zu verzichten. Das Motiv ist der Lichtkegel und nicht die Leuchte, und alles Scharfe im Bild widerspricht nur der Weichheit, die die Aufnahme überhaupt lohnend gemacht hat. Wer schräg zum Licht steht statt darunter, gibt dem Kegel eine sichtbare Kante, und eine lange Belichtung sammelt still ein, was eine kurze als Fleck zurücklässt.
Das Ergebnis trägt gut auf einem Bildschirm, weil es überwiegend dunkel ist und das Licht sich in wenigen weichen Massen sammelt statt in verstreuten Punkten. Es gibt keine feine Textur, die in kleiner Größe verloren ginge, und nichts, das mit dem konkurrieren müsste, was darüber liegt. Es ist eines der seltenen Nachtbilder, das bei der Helligkeit lesbar bleibt, die Leute tatsächlich einstellen.