Türbögen: der Rahmen im Rahmen
Ein Bogen entscheidet, was man sehen darf, und das Auge ist für die Kürzung insgeheim dankbar.
Ein Durchgang ist eine zweite Kamera, Jahrhunderte vor der ersten gebaut. Stein verengt die Welt zu einem Rechteck oder einer Kurve, und was diesen Schnitt übersteht, wird zum Motiv: ein Streifen Hof, eine belichtete Wand, jemand, der im falschen Moment hindurchgeht. Hinzugefügt wurde nichts. Es wurde nur etwas weggelassen, und mehr ist Bildaufbau selten.
Die Belichtung wird an dieser Stelle spannend. Misst man auf die helle Öffnung, sinkt das umgebende Mauerwerk in die Silhouette, nur noch Umriss ohne Korn; öffnet man die Blende um eine Stufe, kehren Rauheit und Wärme des Steins zurück, während der ferne Hof zu Papierweiß ausfrisst. Falsch ist keine der beiden Fassungen. Zu entscheiden bleibt nur, ob das Bild vom Durchgang handelt oder von dem Ort, auf den er zeigt.
Auf einem Bildschirm wird diese Aufteilung praktisch. Der dunkle Rand des Bogens nimmt Symbole auf, ohne mit irgendetwas zu streiten, und die helle Öffnung bleibt leer, so wie ein Fenster in einer Mauer leer bleibt. Am Ende schaut man durch den Schreibtisch hindurch statt auf ihn, was ein Hintergrundbild selten hinbekommt.