Eine trockene Straße spiegelt nichts und verrät nichts. Kommt Regen hinzu, verdoppelt sich die ganze Stadt: Jedes Neonschild bekommt einen Zwilling unter sich, jede Ampel tropft in den Asphalt wie Farbe, die nie trocknet.
Fotografen warten auf die Stunde nach dem Regen – Straßen noch glänzend, Himmel noch schwer, Regenschirme zugeklappt, aber noch nicht verstaut. Die Bilder dieser Auswahl leben in diesem Fenster, in dem die Stadt sauber, geleert und kurzzeitig denen gehört, die draußen geblieben sind.
Auf dem Bildschirm bringen nasse Straßen ihre eigene Beleuchtung mit: Die Spiegelungen übernehmen das Leuchten, sodass das Bild auch bei halber Helligkeit lebendig bleibt. Praktisch, stimmungsvoll, ein wenig kinoreif – eine gute Standardeinstellung für Stadtmenschen.