Wenn du das Display herunterdrehst
Ein bei voller Helligkeit gewähltes Wallpaper ist bei zwanzig Prozent ein anderes Bild.
Der Helligkeitsregler dimmt ein Bild nicht gleichmäßig. Fährt man die Hintergrundbeleuchtung auf ein Fünftel herunter, sinken die Lichter mit, doch die Schatten lagen ohnehin nur wenige Stufen über Schwarz, und diese Stufen rutschen unter das, was das Auge noch trennen kann. Zuerst geht der Boden des Bildes verloren: Was bei voller Helligkeit noch Zweige zeigte, wird zu einer einzigen dunklen Fläche.
Was danach passiert, hängt vom Panel ab. Ein LCD lässt durch seine schwarzen Pixel etwas Hintergrundlicht durch, gedimmt wirken die dunklen Partien deshalb grau und leicht milchig statt leer; ein OLED schaltet diese Pixel ab und hält das Schwarz, tut sich dann aber schwer, die Stufen knapp darüber auseinanderzuhalten. Auch das Auge wechselt die Schicht: Nachts übernehmen die Stäbchen, Rot sinkt früher ab als Blau, und dieselbe Datei liest sich kühler und flacher.
Wallpaper, die den Abend überstehen, sind auf Mitteltönen gebaut: Nebel, bedecktes Licht, eine Wand im Schatten, eine Dämmerung, die sich mit dem Schwarz Zeit lässt. Die Aufnahmen mit tiefen Schatten hebt man besser für ein helles Zimmer auf. Auf einem Display, das nur noch zum Lesen leuchtet, behält ein Bild mit Platz in der Mitte das meiste von sich.