Ein Desktop zeigt das Hintergrundbild kaum noch unverändert. Windows zieht sich daraus einen Farbton für die Titelleisten, macOS legt Seitenleisten und Menüs auf eine durchscheinende Schicht, und beide weichzeichnen das Darunterliegende mit einem Radius, der alles Kleinere als ein Blatt tilgt. Was durch ein Panel ankommt, ist nicht das Foto, sondern sein örtlicher Mittelwert.
Dieser Mittelwert geht hart mit unruhigen Bildern um. Ein Waldboden mit tausend kleinen Kontrasten wird zu olivfarbenem Grau, Kies zu nassem Zement, eine Skyline verliert genau die erleuchteten Fenster, die sie zur Skyline machten. Große Formen halten stand: eine weiche Lichtquelle, eine unscharfe Wand, ein Himmel, der sich von oben nach unten langsam ändert, denn Unschärfe nimmt nur die Frequenzen, die ohnehin fein waren.
Dann kommt die Schrift obendrauf. Panels haben eine feste Deckkraft, ein heller Himmelsfleck unter der Seitenleiste hebt also die ganze Fläche an, und die grauen Kleinbuchstaben verschwinden zuerst; über einer dunklen Ecke bleibt dasselbe Panel lesbar. Ein Bild für den durchscheinenden Schreibtisch zu wählen heißt vor allem zu wählen, wo seine hellen Stellen liegen, und ruhig liegen sie in der Mitte, wo keine Fenster stehen.