Das Bild unter den Symbolen
Die halbe Aufgabe eines Desktopbildes besteht darin, unter Text still zu liegen.
Ein Hintergrundbild wird zweimal am Tag angesehen und hundertmal überlesen. Die Symbole wohnen in den Ecken, darunter stehen Dateinamen in kleiner weißer Schrift, und eine Aufnahme, die nie um das Tragen von Text gebeten wurde, muss ihn plötzlich tragen. Es scheitern selten die schwachen Bilder. Es scheitern die vollen, mit Detail genau dort, wo die Beschriftungen landen.
Es hilft weniger die Dunkelheit als die Gleichmäßigkeit. Ein Himmel, der langsam kippt, Nebel, der über dem Wasser dünner wird, eine Wand aus einer Farbe, deren Korn noch sichtbar bleibt: jede davon gibt kleiner Schrift einen Standplatz. Mittelgrau ist der schwierige Nachbar, denn helle und dunkle Buchstaben werden darauf gleichermaßen weich, und kein noch so kräftiger Schatten hinter dem Text holt das zurück.
Die Probe dauert eine Sekunde. Alle Fenster wegräumen, statt in die Bildmitte in die linke obere Ecke schauen und die Augen zusammenkneifen, bis die Namen verschwimmen. Waren sie schon vorher verschwommen, dann ist das eine gute Fotografie und ein schlechtes Hintergrundbild, und die beiden dürfen verschiedene Berufe sein.