Ein Hintergrund für den hochkant gestellten Monitor
Ein gedrehter Bildschirm behält von einem Querformatfoto nur einen schmalen Streifen, also muss das Bild nach seiner Höhe ausgesucht werden, nicht nach seiner Breite.
Dreht man einen 27-Zoll-Monitor mit 1440p um neunzig Grad, wird er 1440 Pixel breit und 2560 hoch, eine 9:16-Säule, die sich für lange Codedateien und Dokumente anbietet. Das Hintergrundbild dreht sich nicht mit. Ein 16:9-Querformat, das diese Form ausfüllen soll, behält nur etwa ein Drittel seiner Breite, den mittleren Streifen, und alles links und rechts davon fällt weg.
In diesem Streifen steckt selten der Grund, warum man das Foto mochte. Der Horizont schrumpft zu einem dünnen Band, der Sonnenuntergang verliert seine Sonne an den Beschnitt, und ein weites Tal wird zu einem Streifen Gras und Himmel. Übrig bleiben Motive, die ohnehin hoch waren: ein Wasserfall über die ganze Bildhöhe, ein Turm vom Sockel bis zur Spitze, ein einzelner Stamm, eine schmale Gasse zwischen Häusern. Eine Hochformatvorlage mit mindestens 1440 Pixeln Breite und 2560 Pixeln Höhe füllt die Säule, ohne hochskaliert zu werden.
Windows und macOS erlauben für jeden Bildschirm ein eigenes Bild, der Hochkantmonitor muss sich den Hintergrund also nicht mit dem querliegenden teilen, und ein Foto über einen quer und einen hochkant stehenden Monitor zu spannen, hinterlässt an der Naht meist eine unschöne Stufe. Es lohnt sich auch, darauf zu achten, wo der Blick ruht. Die Oberkante eines gedrehten Bildschirms liegt höher als gewohnt, oft über Augenhöhe, also gehört der ruhige Teil des Bildes, Himmel, Nebel oder glattes Wasser, nach oben und das Detail weiter nach unten, dorthin, wo die Augen ohnehin sind.